Chiropraktische Justierung
Ein gezielter Impuls – für Gelenk und Nervensystem.
Die Justierung ist die zentrale Technik der Chiropraktik: ein gezielter, kurzer Impuls von Hand oder mit einem Instrument auf ein Gelenk, dessen Beweglichkeit eingeschränkt ist.
Mehr als „Einrenken“
Früher dachte man, bei Beschwerden sei ein Wirbel „verschoben“ und müsse zurückgeschoben werden. Heute wissen wir: Eine Justierung verschiebt nichts. Sie gibt Ihrem Nervensystem ein gezieltes Signal.
In Gelenken, Muskeln und Bändern sitzen unzählige feine Sensoren. Sie melden dem Gehirn ständig, wo sich Ihr Körper befindet und wie er sich bewegt. Die Justierung spricht genau diese Sensoren an – und das Gehirn nutzt die Information, um Haltung und Bewegung zu steuern.
Besonders viele dieser Sensoren sitzen im Nacken. Zusammen mit dem Gleichgewichtsorgan im Ohr und den Augen sagen sie dem Gehirn, wie Ihr Kopf steht und wo oben und unten ist.
Die Justierung ist präzise: Es geht um Millimeter, und das Gelenk wird nur so weit bewegt, wie es von Natur aus kann.
Für Interessierte: Die Sensoren heißen Muskelspindeln, Golgi-Sehnenorgane und Gelenkmechanorezeptoren. Ihre Signale werden in Rückenmark, Hirnstamm und Kleinhirn verarbeitet.
Testen, justieren, erneut testen
Ob eine Justierung angekommen ist, erkennt man nicht am Knacken, sondern daran, wie Ihr Körper reagiert. Deshalb testen wir vorher zum Beispiel Gleichgewicht, Augenbewegungen und Beweglichkeit – und wiederholen einige Tests direkt danach. So sehen Sie und wir, wie Ihr Körper reagiert, und planen darauf die nächsten Schritte.
Wie läuft die Behandlung ab?
- Anamnese: Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, Unfälle und bisherige Befunde.
- Untersuchung: Haltung, Beweglichkeit und neurologische Tests, ergänzt durch Messverfahren wie die Wirbelsäulenvermessung (DIERS 4D), die Gleichgewichtsanalyse und die Messung der Augenbewegungen.
- Justierung: je nach Befund manuell oder mit einem Instrument – an der Wirbelsäule, aber auch an Becken, Kiefer oder den Gelenken von Armen und Beinen.
- Verlaufskontrolle: In festgelegten Abständen untersuchen wir erneut und passen den Behandlungsplan an.
Vor der ersten Justierung besprechen wir den Befund und den geplanten Ablauf mit Ihnen.
Welche Techniken setzen wir ein?
Manuelle Justierung (Full-Spine-Specific), die Thompson-Technik auf einer Liege mit absenkbaren Segmenten (Drop-Table), die Sacro-Occipital-Technik (SOT) mit Keilen sowie instrumentengestützte Verfahren mit Activator oder Arthrostim, wenn ein besonders sanfter Impuls gewünscht ist. Mehr dazu unter Behandlungstechniken und Behandlungsinstrumente.
Warum knackt es manchmal?
Bei einer manuellen Justierung kann ein Knacken entstehen. Es entsteht durch eine Druckänderung in der Gelenkflüssigkeit, bei der sich Gasbläschen bilden. Das Geräusch sagt nichts darüber aus, ob eine Justierung „gelungen“ ist. Bei instrumentengestützten Techniken tritt es in der Regel nicht auf.
Ist eine Justierung schmerzhaft?
Die meisten Patientinnen und Patienten empfinden die Justierung als gut verträglich. In den Tagen danach können vorübergehend muskelkaterähnliche Beschwerden, Müdigkeit oder leichte Kopfschmerzen auftreten.
Wann wir nicht justieren
Vor jeder Behandlung prüfen wir, ob etwas gegen eine Justierung spricht – zum Beispiel frische Verletzungen oder Knochenbrüche, ausgeprägte Osteoporose, akute entzündliche Gelenkerkrankungen, Tumorerkrankungen oder bestimmte Gefäßerkrankungen. Bei Warnzeichen wie Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühlen, Störungen von Blase oder Darm oder unerklärlichem Gewichtsverlust veranlassen wir eine ärztliche Abklärung.
Wie oft ist eine Justierung nötig?
Das hängt vom Befund ab. Nach der Erstuntersuchung erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan und überprüfen ihn bei jeder Verlaufskontrolle. Mehr dazu unter Dauer der Behandlung.
Sie möchten wissen, ob eine chiropraktische Behandlung für Sie infrage kommt? Vereinbaren Sie einen Ersttermin – telefonisch unter 0621 437 22 504 oder online.
Quellen: Pickar JG. Neurophysiological effects of spinal manipulation. Spine J. 2002;2(5):357–371. · Boyd-Clark LC, Briggs CA, Galea MP. Muscle spindle distribution, morphology, and density in longus colli and multifidus muscles of the cervical spine. Spine. 2002;27(7):694–701.
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